Stadt-Land-Partnerschafen Deutschland-Polen

  • Knieling, Jörg (Leading researcher)
  • Dej, Magdalena (Leading researcher)
  • Wolski, Oskar (Leading researcher)

Project Details

Description

Wie kann eine partnerschaftliche Zusammenarbeit von Stadt und Land in den Metropolregionen Hamburg und Krakau aussehen und wie können beide Räume voneinander lernen? – lautet die Fragestellung des gemeinsamen Forschungsprojekts „Analyse des europäischen Konzepts der Stadt-Land Partnerschaften und seine Umsetzung in Deutschland und Polen am Beispiel der Metropolregion Hamburg und Krakau (Woiwodschaft Kleinpolen)“ der HCU und des Instituts für Stadtentwicklung, Krakau.

Metropolen und Metropolregionen sind maßgebliche Zentren von Innovation und wirtschaftlicher Entwicklung. Als solche sind sie in den letzten Jahren zu einem Thema der räumlichen und regionalen Entwicklung Europas geworden. Das polyzentrische Netzwerk der Metropolen soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit Europas steigern, sondern auch zur stärkeren Integration sowie zum besseren territorialen Zusammenhalt in Europa beitragen.

Das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK) hat 1999 erstmals die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Land hervorgehoben. Das EUREK hebt die Bedeutung der polyzentrischen Raumentwicklung hervor und betont dabei, dass Partnerschaften zwischen den städtischen und ländlichen Regionen gebildet werden sollten. Die Beibehaltung einer relativ dezentralisierten urbanen Struktur ermöglicht eine effizientere Nutzung der Potenziale der ländlichen Räume wie auch einen Ausgleich der regionalen Entwicklungsdisparitäten. Auch die Territoriale Agenda 2007 sowie die Territoriale Agenda 2020, die auf den Grundsätzen des EUREKs basieren, weisen auf die Notwendigkeit der Entwicklung von gleichmäßigen, polyzentrischen urbanen Systemen sowie auf die Bildung von neuen Stadt-Land-Partnerschaften hin. Um diese Zusammenarbeit zu konsolidieren, sollen entsprechend dem sechsten Kohäsionsbericht von 2014 „Instrumente der integrierten territorialen Investitionen“ (ITI, Integrated Territorial Investments) sowie der „Lokalen Entwicklung unter der Federführung der Bevölkerung“ (CLLD Community Led Local Development) verstärkt eingesetzt werden.

Während in Deutschland die Bildung von Stadt-Land-Partnerschaften im Rahmen des deutschen Bundesforschungsprogramms „Modellvorhaben der Raumordnung” (MORO) im Forschungsfeld „Überregionale Partnerschaften“ (2008-2010) und v.a. der „Überregionalen Partnerschaft im norddeutschen Raum / Metropolregion Hamburg” (MORO Nord) initiiert wurden, ist dieser Aspekt in Polen noch wenig bekannt. Die bisherigen wissenschaftlichen Definitionen sind unpräzise formuliert und die theoretischen Grundlagen wenig aufbereitet, um das Konzept der Stadt-Land-Partnerschaften in seinem vollen Umfang nachvollziehen zu können. Darüber hinaus gilt der Prozess der Einführung der Instrumente ITI und CLLD in Deutschland wie in Polen als umstritten. Vor diesem Hintergrund ist das Ziel des Forschungsprojekts, verfügbare theoretische Grundlagen aufzubereiten und die vorhandenen und möglichen Ansatzpunkte für die Entwicklung der Stadt-Land-Partnerschaften zu analysieren.

Die Identifikation und Analyse der potentiellen Partnerschaften in den Metropolregionen Hamburg und Krakau (Woiwodschaft Kleinpolen) erfolgt mithilfe statistischer Analysen und von Experteninterviews. Leitthemen des Projekts, in denen Partnerschaften untersucht werden, sind aktuelle Herausforderungen der Raumentwicklung, vor denen die zu untersuchenden Regionen stehen: Prozesse der Gegenurbanisierung und der Notwendigkeit der Revitalisierung der ländlichen Räume in der Woiwodschaft Kleinpolen, sowie der Wandel im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energiegewinnung in der Metropolregion Hamburg.
Grant titleStadt-Land-Partnerschafen Deutschland-Polen
AcronymStadt-Land-Partnerschafen Deutschland-Polen
StatusFinished
Effective start/end date1/07/1531/12/16

Collaborative partners